Ostermarsch Rhein Ruhr 2012 – Aufruf

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Aufruf zum Ostermarsch Rhein Ruhr 2012

 

Ostermarschiererinnen und Ostermarschierer mit Transparenten und Fahnen.

  • Ja zur zivilen Lösung der Zukunfts­pro­bleme
  • Nein zu Krieg, Atom­rüstung und innerer Milita­risierung
  • Nein zur NATO

 

Nein zur NATO – gegen Militär­inter­ven­tionen und Atomrüstung

Immer deutlicher entwickelt sich die NATO zur welt­weiten Inter­ven­tions­macht. Ob Kriegs­ein­sät­ze in Afgha­nis­tan oder Libyen: Unbe­ein­druckt von völker­recht­lichen Regeln setzten die NATO-Staaten Militär ein, um ihre wirt­schaft­lichen und strate­gischen Interes­sen durch­zu­setzen. Humani­täre Beweg­gründe dienen dabei ledig­lich der Verschleie­rung dieser Ziele.

Ostermarschiererinnen und Ostermarschierer mit Transparent, Fahnen und Luftballons.

In Libyen wurde die UNO-Resolution 1973 zum Schutz der Zivil­be­völ­ke­rung von der NATO zum Mili­tär­ein­satz für einen Regime­wechsel missbraucht. Zehn­tau­sende sind dabei umge­kommen. In Afgha­nis­tan führt die NATO seit über zehn Jahren einen Krieg, der das Land in noch tieferes tiefes Elend gestürzt hat. Trotz wieder­hol­ter Abzugs­an­kündi­gungen ist ein Ende dieses Krieges nicht in Sicht: Die USA sichern sich bereits die Rechte für Militär­stütz­punkte bis 2024.

Durch das ungehemmte Vorgehen der NATO werden das Völker­recht und die welt­weite Friedens­ordnung verletzt. Die Gefahr von Kriegen steigt, die Welt wird un­sicherer. NATO Kriegs­ein­sät­ze werden auch von NRW aus gesteuert, so durch das der NATO unter­stellte Luft­waf­fen-Führungs­haupt­quar­tier in Kalkar. Mit Krieg und Rüstung wird Geld verdient: Deutsch­land hat sich Platz 3 der Rüstungs­ex­port­nationen gesichert. Auch in NRW sitzen die Profi­teure des Krieges wie Rhein­metall und Thyssen-Krupp.

Während zahlreiche Länder unter der Finanz- und Wirt­schafts­krise leiden, ist die NATO für immense Rüstungs­kosten verant­wortlich: Zwei Drittel der welt­weiten Rüstungs­aus­gaben von jähr­lich über 1084 Mil­li­ar­den Dollar vergeuden die Staaten der NATO für Rüstung und Krieg. Schon 81 Mil­li­ar­den Dollar jährlich würden reichen, um den welt­weiten Hunger zu beenden, doch dieses Geld fließt in die Rüstung.

 

Atomwaffen abschaffen!

Während die Menschen weltweit über die Gefah­ren der Atom­kraft­werke besorgt sind, lagern in den NATO-Arse­na­len über 9000 Atom­spreng­köpfe, die die Mensch­heit mehr­fach vernich­ten können. Auch in unserer Nach­bar­schaft, in Büchel, in Kleine Brogel (B) und in Volkel (NL) sind Atom­waf­fen sta­tio­niert. Es laufen kost­spie­lige Moder­ni­sie­rungs­pro­gramme, und im Mai will das Militär­bünd­nis in Chicago die Stra­tegie der »nuklea­ren Abschre­ckung« erneut bestä­tigen. Pläne und erste Schrit­te für einen »Rake­ten­ab­wehr­schild« bergen zusätz­lich die Gefahr neuer Span­nungen und Kon­flikte. Der Konflikt um das Atom­pro­gramm des Iran droht durch die Politik besonders der USA und Israels zu einem Krieg zu eskalieren.

 

Demonstrant und Demonstrantin mit Transparent: »Schluss mit dem nuklearen Wahnsinn«.

Wir sagen: Nein zur NATO – Nein zum Krieg!

Wir fordern den Abzug der Truppen aus Afgha­nis­tan und Verhandlungen für eine zivile Lösung des Konflik­tes. Wir setzen uns ein für den sofor­tigen, end­gülti­gen Abzug der Atom­bom­ben aus Deutsch­land und die Ver­schrot­tung der Atom­waffen weltweit.

 

Nein zur Bun­des­wehr im Kriegseinsatz – gegen die Militarisierung der Gesellschaft

Die Bun­des­wehr ist nach eigenen Angaben in 8 Län­dern im Ein­satz. Der Bun­des­wehr­ein­satz im Afgha­nis­tan­krieg soll nach dem Willen der Regie­ren­den keine Aus­nahme bleiben. Die Bun­des­wehr wird zur »Armee im Einsatz« um­ge­rüs­tet. Statt bisher 7 000 Sol­daten sollen demnächst 15 000 gleich­zeitig in Kriegs­ein­sät­ze geschickt werden. Weitere Hundert­tau­sen­de dienen als Ersatz und Unter­stüt­zung. Der Umbau­prozess und die Aus­setzung der Wehr­pflicht dienen nicht dem Frieden, sondern sollen die Bun­des­wehr flexibler machen und für den welt­weiten Ein­satz rüsten. »Vertei­di­gungs­minister« de Maiziere spricht von natio­na­lem Selbst­behaup­tungs­willen und staat­licher Sou­ve­rä­ni­tät, die es militä­risch zu sichern gelte. Die grund­gesetz­liche Be­schrän­kung auf Ver­tei­di­gung und das Ver­bot des An­griffs­krie­ges werden zu­nehmend miss­achtet, Krieg ist wieder zum Mittel der deut­schen Poli­tik geworden.

 

Kein Werben fürs Töten und Sterben!

Für diese Kriegspolitik und um neue Solda­ten wirbt die Bun­des­wehr in der Öffentlichkeit, in Arbeitsagenturen und auch an Schulen. Auch das Schulministerium NRW hat mit der Bun­des­wehr eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, die der Bun­des­wehr einen bevorzugten Zugang zu den Schulen verschafft. Dagegen wehren sich SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern. Gewerkschaften, Kinderschutzorganisationen und natürlich Friedens- und antimilitaristische Gruppen protestieren gegen diese Werbekampagne der Bun­des­wehr. In ihr werden die grausamen Seiten des Soldatentums verharmlost, den Jugendlichen fälschlicherweise ein toller »normaler« Job versprochen. Zivile Alternativen der Konfliktlösung kommen nicht vor.

Auch nach Aussetzung der Wehrpflicht versucht die Bun­des­wehr, junge Menschen flächen­deckend in ihren Zu­griff zu bekom­men. Die örtlichen Melde­ämter über­mit­teln auto­ma­tisch die Daten aller voll­jährig Werden­den an die Bun­des­wehr. Diese Daten nutzt die Bun­des­wehr eben­falls für ihre Wer­bung. Verschwie­gen wird hier das Wider­spruchs­recht gegen die Weiter­gabe der Daten.

Demonstranten und Demonstrantinen mit Regenbogen-Friedensfahne.

Zivil-militärische Zusammenarbeit stoppen!

Ebenfalls auf ört­licher Ebe­ne ange­kom­men ist die Zivil-mili­tä­ri­sche Zu­sam­men­ar­beit. Unter dem Deck­mantel der Kata­strophen­hilfe nutzt die Bun­des­wehr das Tech­ni­sche Hilfs­werk und andere Ein­rich­tungen aus, um flächen­deckend lokale Struk­turen zu schaf­fen, die nicht nur im Kriegs­fall, sondern auch bei ande­ren inne­ren Krisen und Kon­flik­ten unter Füh­rung der Bun­des­wehr zum Ein­satz kom­men sollen. Dies stellt ein wich­tiges Ele­ment der zu­neh­men­den Mili­ta­ri­sie­rung der Gesell­schaft dar. Das betrifft ebenso die Ent­wick­lung an den Uni­ver­si­tä­ten, wo zivile Einrichtungen für militärische Forschung missbraucht werden. Auch dagegen rührt sich zuneh­mend Wider­stand, werden Klau­seln für eine rein zivile Aus­rich­tung der For­schung gefordert.

 

Gegen die Bun­des­wehr im Kriegseinsatz – Gegen die Militarisierung der Gesellschaft.

Wir fordern die Kündigung der Koope­ra­tions­ver­ein­ba­rung mit der Bun­des­wehr – Bun­des­wehr raus aus den Schulen. Wir wenden uns gegen die automatische Weitergabe von Personendaten an die Bun­des­wehr. Wir fordern ein Ende der zivil-militä­ri­schen Zusam­men­arbeit in den Kom­munen. Für eine Zivil­klausel an den Univer­sitäten in NRW.

Rüstung und Militär verhindern die Lösung der drängen­den Fragen unserer Zeit. Eine klima- und umwelt­gerechte Politik, die die wirtschaft­lichen und sozia­len Ungleich­heiten besei­tigt, ist nur im Frieden und mit Abrüs­tung möglich. Dafür demonstrie­ren wir zu Ostern!

 

Mehr Informationen unter: www.ostermarsch-ruhr.de

 


Der Ostermarsch 2012 wird sich beginnend am Ostersamstag von Duisburg über Düsseldorf, Ostersonntag von Essen bis Bochum mit dem Fahrrad und Ostermontag von Bochum nach Dortmund ziehen.

Werbematerialien: Flyer mit der gesamten Programmübersicht, Buttons und Plakate könnt Ihr bei Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. bestellen.